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Projekte - Zielgruppen
| Maasai |
Die Bevölkerung Tansanias setzt sich aus über 130 Stämmen zusammen. Einer der grössten, tansanischen Stämme und wohl der am weltweit bekanntesten, ist der Stamm der Maasai. Schätzungsweise gibt es heute noch mehr als 883.000 Maasai, die in Tansania und in Kenia leben.
Die Maasai versuchen ihre althergebrachten kulturellen Lebensweisen aufrechtzuerhalten und sie weiterzuführen. Das Zusammentreffen von Tradition und Zivilisation brigt jedoch auch einige Konflikte mit sich. So waren die Maasai ursprünglich Halbnomaden und zogen mit ihren Rinderherden saisonal umher, um Weidemöglichkeiten für ihre Herden zu finden. Durch private Ländereien und gegründete Nationalparks sind sie nun jedoch sehr eingeschränkt und damit gezwungen sesshaft zu werden. Das Leben der Maasai-Männer ist in Altersklassen unterteilt. Die Zugehörigkeit zu einer Altersklasse bestimmt das gesamte Leben eines Mannes und ist mit bestimmten Rechten und Pflichten verbunden. Nun kolidiert jedoch die Schulzeit mit der Altersstufe des Kriegerdaseins (sogenannte Moran). Die Maasai sagen, dass dies die wichtigste und schönste Zeit im Leben eines Mannes sei und so entscheiden sich viele junge Männer die Schule abzubrechen und ziehen das traditionelle Leben der Bildung vor. Maasai-Mädchen werden schon früh verheiratet und somit bleibt ihnen meist ein Schulbesuch verwehrt.
Aufgrund der Einrichtung von Nationalparks und privaten Landrechten wurden den Maasai die meisten ihrer wruchtbaren Weiden abgesprochen. Der Grossteil des heutigen Maasai-Landes ist trocken und nicht ausreichend für die Unterhaltung all ihrer Herden. Aufgrund dessen und der fehlenden Bildung leben viele Maasai-Familien in Armut.
Aus hygienischen Gründen, besonders aus Mangel an sauberem Wasser leiden die Maasai unter diversen Krankheiten, wie Typhus, Durchfall, Blutdurchfall, bakteriellen Infektionen u.a. Sie haben die Wichtigkeit noch nicht erkannt Wasser abzukochen und ernähren sich sehr einseitig, meist nur von Fleisch und Milch. Die grösste Gefahr, die das Volk der Maasai ernsthaft bedroht, ist der HI-Virus. Die Maasai selbst leugnen grösstenteils die Existenz von HIV/AIDS unter ihnen. AIDS wird als Krankheit der Zivilisation betitelt und würde sie nicht betreffen. Natürlich sieht die Realität anders aus. Gerade bei den Maasai breitet sich der Virus extrem schnell aus. Gründe hierfür sind vor allem bestimmte traditionelle Verhaltensweisen. Zum Einen leben die Maasai polygam. Der Status eines Mannes wird an seinen Rindern, aber auch an seinen Ehefrauen bemessen. Viele Rinder und Frauen spiegeln Reichtum und Macht in der Maasai-Gesellschaft wieder. Sexuell sind die Maasai sehr offen. Sie teilen mit ihren Altersgenossen (= alle Maasai-Männer, die in der selben Altersklasse sind) selbst ihre Ehefrauen. Von Kondomen wissen die Maasai kaum etwas und halten auch nicht viel davon. Ob ein Mann der biologische Vater eines in der Ehe geborenen Kindes ist, spielt bei den Maasai keine Rolle.
Dadurch, dass die Maasai die Rinderhaltung einschränken mussten, suchen viele Männer in den Städten nach Alternativen um Geld zuverdienen. Dabei verlassen sie oft für mehrere Monate ihr Zuhause und arbeiten zum Beispiel als Nachtwächter. Oft suchen sie während dieser Zeit den Kontakt zu Prostituierten. Dies sind Faktoren, die die Ausbreitung des HI-Viruses beschleunigen. Hat sich ein Mann mit dem Virus infiziert, bringt er dieses zu seinen Ehefrauen. Durch das Teilen der Frauen mit den Altersgenossen wird das Virus gleich zu mehreren Familien getragen. Aber noch weitere Gründe sind für die Ausbreitung verantwortlich, so werden die Maasai-Männer stets in Gruppen beschnitten, wobei das gleiche Instrument ohne jegliche Desinfektion für alle verwendet wird. |
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